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Pirmasens (Alte Kirche Vinningen), 02.05.2017

Mit Tiefgang und Augenzwinkern

Ein Abend mit Liedermacher Burkhard Wegener

Überwiegend Songs aus eigener Feder präsentierte Burkhard Wegener dem Publikum in Vinningens „Alter Kirche“. Der Liedermacher aus dem Ruhrpott fand einen guten Draht zu seinen aufmerksamen Zuhörern, sowohl mit seinem Repertoire und dessen Vortrag als auch mit den moderierenden Zwischentexten.
Etwa 20 Lieder hatte der singende Lehrer mit ins Vinninger Kulturzentrum gebracht, Songs mit Themen, die jeden Menschen irgendwie betreffen. Da ging es um Scheidung, Heranwachsende, Alzheimer, soziale Ungerechtigkeit, Tiere als Opfer, aber auch das kleine Alltagsglück, Rauchverbot oder Kindheitserinnerungen.
Neben eigenen Songs hatte der Liedermacher auch Vertonungen von Goethe- und Storm-Gedichten wie „Heideröslein“ und „Die Stadt“ im Programm. Sie sind auch auf den CD’s „Selige Sehnsucht – Wegener singt Goethe“ und „Es ist ein Flüstern – Wegener singt Storm“ zu hören.
Mit „Land in Sicht“ sang er einerseits eine Hommage an Christoph Columbus, andrerseits eine Aufforderung, sich nicht unterkriegen zu lassen und nie die Hoffnung auf eine Besserung zu verlieren. „Navigator“ handelt vom Wunsch, nicht nur ein Gerät für die Suche des geographischen Ziels sondern auch für die Lebensorientierung zu besitzen. Auch wenn alle diese Lieder einen ernsten Hintergrund haben, so werden sich doch auch mit einem Augenzwinkern vorgetragen.
Burkhard Wegener besitzt eine Stimme, der man gerne zuhört. Hinzu kommt eine versiert, aber immer dezent gespielt akustische Gitarre. Der Sänger verzichtet auf jegliche elektronische Verstärkung, was der sensiblen Atmosphäre der Alten Kirche entgegenkam. Für die Liebhaber der leisen Musik und schöner deutscher Lieder wurde der Wegener-Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. (lof)

 


 

(Die Rheinpfalz, 25.4.2017)

Ein alter Fahrensmann -

Der Liedermacher Burkhard Wegener gefällt bei seinem ersten Konzert in Vinningens Alter Kirche

VON FRED G. SCHÜTZ

Sie stehen zwar beileibe nicht auf der Roten Liste aussterbender Künste,

aber im Formatradio kann man Liedermachern wie Burkhard Wegener

schon seit wenigstens drei Jahrzehnten nicht mehr gewahr werden.

Man muss sie im Konzert erleben, meist auf den kleinen Bühnen,

so wie am Sonntag im gut besuchten Kulturzentrum Alte Kirche in Vinningen.

Die Liedermacherei hat auch in ihren großen Zeiten ihre wesentlichsten Protagonistennicht reich gemacht, die etablierten der Branche wie Hannes Wader, Reinhard Mey oder Klaus Hoffmann haben aber trotzdem genug öffentliche Anerkennung, Spielzeit im Radio und volle Konzertsäle erfahren, dass sie nicht darben müssen.

Eine Multimillionen-Karriere wie im Pop und Rock war aber auch ihnen nicht beschieden. Das breite Mittelfeld aber ist bis heute mit Künstlern wie Burkhard Wegener besetzt, die als alte Fahrensleut beständig qualitativ hochwertige Lieder produzieren, immer mal wiederangesehene Kunstpreise ergattern, denen aber der ganz große Durchbruch versagt geblieben ist. Als Bühnenkünstler sind sie jedoch im sogenannten Kleinkunst-Betrieb sehr wohlund sehr wohl zu Recht gefragt. Klänge es nicht so zynisch, müsste man konstatieren, dass dasauch die Tribüne ist, auf der sich ihre Kunst am authentischsten entfalten kann: im direkten Kontakt mit dem Publikum und im Falle von Burkhard Wegener ohne die geringste elektroakustische

Verstärkung. Das hat Charme und Substanz.

Burkhard Wegener ist ein Ruhrpott-Original, das aber – ohne im Epigonenhaften zu verharren – knietief in den Musizierweisen von Reinhard Mey und Klaus Hoffmann steht. Letzterer hat ja bekanntlich selbst Reinhard Mey bis heute Beträchtliches zu verdanken. Wegener spielt, was durchaus Seltenheitswert hat, eine Nylon-Saiten-Gitarre, was wiederum ein direkter Fingerzeig auf Reinhard Mey ist. Aufgenommen hat er auch dessen gar nicht so einfachen Spielweisen und die farbigen Harmonien, die sich längst nicht in Lagerfeuerakkorden erschöpfen.

Als Texter hebt sich Burkhard Wegener mehr als wohltuend von dem ganzen Schwurbel, den Bildern nah an der Stilblüte und dem holpernden Deutsch ab, das im angesagten Deutsch-Pop so geboten wird. Bei Wegener wird gereimt, die Bilder sind schlüssig und die Sprache folgt ganz allgemein einem natürlichen Fluss.

Dazu sind seine Geschichten authentisch und bemerkenswerterweise oft vom Fernsehprogramm inspiriert. Freude macht Wegener aber auch mit seinen Goethe- und Theodor-Storm-Vertonungen. Dass der Mann mitdenkt und zum Beispiel das „Heidenröslein“ nicht in der naiv-unschuldigen Volkslied-Romantik der Schubert-Vertonung erstehen lässt, sondern unmissverständlich darauf verweist, dass es in

Goethes Text um eine Vergewaltigung geht, ist Burkhard Wegener zu danken. Andererseits hat auch bei ihm zumindest einmal der innere Lektor versagt. Bei der Conférence zu seinem Lied „Buchenwald, reloaded“ wird er bei einem Besuch in Weimar durch einen Viehtransport nicht etwa zu einem Lied inspiriert, das daran

erinnert, dass die Nazis Deutsche wie Vieh ins KZ gebracht und abgeschlachtet haben, Wegener fallen stattdessen Reime über das Schicksal der armen Schweine auf dem Weg zum Schlachthof ein. Da sind dann doch die Maßstäbe verrutscht oder zumindest die Kombination von Moderationstext und Lied mehr als unglücklich. Bei aller redlichen Empörung in Sachen Tierwohl, das stellt dann doch die Werte völlig

unangemessen auf den Kopf.

 


 

 Konzertkritik vom 23.4.2012:

 "Mann, der konnte reimen" ... – Liedermacher Burkhard Wegener begeisterte im Gladbecker Café Stilbruch

 

Gladbeck: Café Stilbruch | "Mensch, der ist ja wirklich gut!" Dieser Satz wurde auffällig oft geraunt im Publikum am Montag, den 23.4. bei der Vorstellung des Essener Singer-Songwiriters Burkhard Wegener im Gladbecker Café Stilbruch.

 

Jetzt ist es ja nicht unbedingt so, dass die Gilde der Gitarrenbarden in der Publikumsgunst ganz oben steht. In den letzten Jahrzehnten hat die Begeisterung für diese Art Musik doch merklich abgenommen. Jenseits von MTV und DSDS wirkt die kritische Klampfenkunst besonders aufs jüngere Publikum offenkundig alt- oder gar unmodisch. Und die Fans der ersten Stunde haben längst aufgegeben oder gar ihren Frieden mit den Gegebenheiten gemacht. Abgesehen von ein paar ausgesuchten Sonderkonzerten sind Liedermacherdarbietungen längst keine Selbstläufer mehr. Schade eigentlich!

Doch das Feuer glimmt zumindest noch. Und manchmal flammt es sogar hell auf. Wie etwa bei Burkhard Wegeners Gig in der Kult(ur)kneipe auf der Rentforter Straße.

CSB-Programmorganisator Harry Michael Liedtke hatte von vornherein keine Zweifel. "Ich habe vorher in die CD des Künstlers reingehört", verriet er schmunzelnd, "daher wusste ich, was die Gäste erwartet." Überhaupt sei er ein Fan dieser Musik. "Wir haben hier im Stilbruch den Lyrikern entgegen aller Unkenrufe eine Chance gegeben, und es hat bombig eingeschlagen", gibt sich der passionierte Sturkopf kämpferisch. "Mit den Liedermachern wird es auf lange Sicht nicht anders sein." Bleibt zu hoffen, dass er Recht hat.

Mit Künstlern wie Burkhard Wegener sollte das Vorhaben gelingen, das Genre vor dem Aussterben zu bewahren. Neben seinen erfolgreichen Goethe-Vertonungen singt der Essener in bester deutscher Liedermachertradition zeit- und gesellschaftskritische Lieder. Auch vor romantischen Chansons macht er nicht Halt.

Insgesamt ist Burkhard Wegeners Liedgut humoriger Natur. Dazu kommt, dass der Barde häufig zur Einstimmung eine ulkige Anekdote oder eine Hintergrundgeschichte zum Besten gibt.

Die Frauen und die Liebe sind zwei wesentliche Themen des gewitzten Songwriters. Auch das Reisen ist ein stetiges Motiv seiner Texte. Ein Song wie "Land in Sicht" ist durchaus sinnfällig für die hintersinnige Wortkunst Wegeners, beschränkt sich der Inhalt eben nicht nur auf die räumliche Ebene.

Oftmals haben die Lieder eine persönliche Note. Bei "Lehrer Lämpel" und "Ab heute wird gelernt" etwa spielen die beruflichen Erfahrungen des Pädagogen mit rein.

Am Ende seines Konzerts hatte Burkhard Wegener mit seinem selbstironischen Charme die Herzen des Publikums erobert. Daher wird es sicherlich nicht sein letzter Auftritt im Café Stilbruch gewesen sein. Die Liedermacherzunft hat eben doch eine Zukunft.

  


 

Eine weitere Konzertkritik:

„Alltägliches in Worte zu fassen, fällt nicht immer leicht. Jemandem, der dieses Kunststück vollbringt, hört man gerne zu. Burkhard Wegener ist so jemand, der mit seinen Liedern und Texten die Realität nüchtern und sachlich, aber auch lyrisch und phantasievoll durchleuchtet, womit er eine sehr persönliche Atmosphäre schafft...
Gedämpftes Licht und Kerzenschein stimmen die Besucher ein, auf fast zwei Stunden Musik. Schon bei der Begrüßung wird deutlich, dass Burkhard Wegener nicht einfach sein Programm runterspielen wird.

Mit kleinen Anekdoten und Hintergrundgeschichten reichert er die Lieder an, um auf sie einzustimmen oder auch zu erklären. Immer wieder geht er spontan auf das Publikum ein, das sich in seinen Texten wiederfindet.

Doch anders als viele andere Liedermacher scheut sich Wegener nicht davor, allzu intellektuellen und poetischen Zeilen immer mal wieder verrückte Gedanken und Träume folgen zu lassen…"